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Wednesday, 27 May 2009

Zweierlei Maß

Gestern hatte ich ganz lieben Besuch von Fritz-Norbert und seiner Frau Margita.
Es war total schön, euch endlich einmal persönlich kennenzulernen!
Fritz-Norbert und Margita ernähren sich vegetarisch, ich hatte eine Riesenschüssel Salat gemacht (mit grünem Salat, Rucola, Tomaten, Kichererbsen, Tofu Rosso, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen, Champignons, Paprika, und dazu meine neue Lieblingssalatsoße aus Zitronensaft, Olivenöl, Sojajoghurt, Dijonsenf, Salz + Pfeffer), und natürlich haben wir uns ausführlich über unsere Ernährungsweisen ausgetauscht, es war hochinteressant.
Fritz-Norbert hat mir von einem Ereignis erzählt, das ihn unter anderem mit dazu bewogen hat, Vegetarier zu werden. Und was er mir da erzählte, fand ich so bemerkenswert, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte.

Die Geschichte ist schnell erzählt: ein Verwandter von Fritz-Norbert betreibt eine Schweinezucht. Und dieser Verwandte gab Fritz-Norbert gegenüber ganz unverblümt zu, dass er den Schweinen, die er mit seiner Familie selber verzehrt, natürlich ein gänzlich anderes (qualitativ hochwertigeres und somit natürlich auch teureres) Futter gibt als den Schweinen, die er dann für den Endverbraucher weiterverkauft.

Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen - den Rest kann sich jeder selber denken.
Guten Appetit!

9 comments:

Frollein Holle said...

Hmmm....lecker ;)

Hase said...

Ja, gell? Das fanden wir gestern abend auch, yummy!! Am liebsten hätten wir unseren Riesensalat gegen dieses spezielle, lecker gefütterte Schweinefleisch eingetauscht! ;o)

lizzy said...

mein Vater hat schon vor 40 Jahren jedes Jahr ein Schwein (manchmal auch zwei) beim Bauern für uns "sonderfüttern" lassen. Sprich: ohne Kraft- und Mastfutter langsam ganz normal aufwachsen lassen und es gehörte dort zu den Weidetieren.
Und seit ich es mir glücklicherweise leisten kann, kaufe ich mein Fleisch bei Herrmannsdorfer. Der Preis tut zwar wirklich etwas weh - insbesondere wenn man (wie ich neulich - weil mir gesagt wurde, dass eine, die sich "halbwegs gute Köchin" nennen will und seit 10 Jahren in Bayern lebt, wieder ausgebürgert wird, wenn sie nicht ein einziges Mal einen echten Bayrischen Schweinsbraten selber zubereitet hat ;) gleich ein großes Bratenstück für 6 Personen kauft. Das kostet dann locker mal 30,- Euro, etwa um den Faktor 4 oder sogar 5 (bin grad nicht auf dem Laufenden, was Schweinefleisch billig kostet) teurer als beim Discounter oder an normaler Supermarkttheke.

Es gibt ja mehrere Gründe, kein Massenproduktfleisch zu essen.

1. wahrscheinlich am häufigsten und sicher auch bei dem geschilderten Fall der Grund gewesen: der Esser möchte nicht mit Medikamenten, Chemikalien und völlig uneinschätzbaren Futtermixturen selber gemästet werden. Da ist dann also das Tier und dessen Befinden eher zweitrangig.

2. Das Tier und dessen Befinden zu Lebzeiten spielt die übergeordnete Rolle. Generell wird die Tötung von Tieren aber nicht abgelehnt sondern lediglich erhofft, dass ein gewisser Respekt vor dem Leben auch des Wesens sichtbar wird, das einen ernährt (ist unter Naturvölkern sehr verbreitet und wird dort in vielen Riten deutlich). Zu dieser Spezies zähle ich mich auch. Den "Gesundheitsaspekt" vernachlässige ich für mich persönlich schon deshalb weil bei einer, die 25 LEbensjahre gequalmt hat wie ein Schlot, so richtig viel eh nicht mehr zu retten ist ;-)

3. Der Geschmack und die bessere Verarbeitungsmöglichkeit. Massenmastfleisch schrumpelt in der Pfanne und hat wesentlich weniger Eigengeschmack. Der Punkt spielt für mich ebenfalls eine Rolle.

4. Das Töten oder Verwerten von Tieren wird aus ethischen Gründen generell abgelehnt. Das ist dann seit einem halben Jahr oder so (?) vermutlich Dein / Euer Beweggrund.

Du siehst: ich schaffe es durchaus, den Ausführungen von Fritz-Norbert noch einiges hinzuzufügen *s*

Hase said...

Der Preis tut weh? .... nicht so sehr wie der in meinem letzten Post von Schlunz beschriebene Erlebnisurlaub den Schweinen wehtut, da bin ich mir ziemlich sicher... ;-)

Vegan bin ich jetzt tatsächlich seit genau einem halben Jahr, ja. Und zwar aus Gründen 1. der Gesundheit, 2. des um ein Vielfaches verbesserten Wohlbefindens, 3. der Ethik und 4. weil es sich insgesamt einfach nur soooo toll und richtig anfühlt.... ich kann es nur sehr schwer beschreiben, man muss es erleben, vielleicht sagt ja Frollein Holle noch etwas dazu, die seit diesem Frühjahr wie von Zauberhand auf einmal keine Probleme mehr mit ihrem Heuschnupfen hat ;-)

Petra said...

Hallo liebe Kerstin,
den Zusammenhangs zwischen Heuschnupfen und Fleischverzehr hat meine Tochter seit einigen Jahren an sich selbst getestet - mit durchschlagenden Erfolg. Ich halte das Thema für absolut unterbewertet und es ist schade, daß dies nicht wirklich untersucht wird. Aber da würde man ja zu dem Schluß kommen, daß man lieber aufs Fleich verzichten sollte...
Viele Grüße
Petra

Charly said...

Ich finde, Fleischpreise müssen weh tun.
In den 50er 60er Jahren hat der Fleischpreis auch weh getan und was war? Es gab 1x die Woche nen Sonntagsbraten. Heutzutage tut der Fleischpreis nicht mehr weh. Ja nööö, Fleisch wird verramscht, nicht mehr verkauft. Bevor man sich achsoteures Biogemüse kauft, ist es doch viel billiger, im Aldi das Gehackte zu kaufen. Komma billiger weg und macht den Bauch für Stunden voll. Und weils nunmal so billig ist, gibts halt einfach jeden Tag Fleisch, Tiere gibts ja genug. Manche brüsten sich damit, dass sie nicht jeden Tag Fleisch essen. Mach Witze. Aber das Wurschtbrot wächst ja auch nicht unbedingt auf dem Baum. Und das lässt man sich jeden Tag schmecken! Schmecken? Munden?
Hmmm.
Früher war alles besser. :-)))
Was man sich heute besonderes leistet, indem man zum Fleischverkäufer seines Spezialvertrauens geht, das war früher normal. Der Dorfmetzger war die Anlaufstelle für den Braten und die Wurst. Das hatte seinen Preis und wurde so hingenommen. Fleisch war etwas besonderes und kein Abfallprodukt mehr, so wie heute. Die Tiere aufgeputscht bis in die Schweineohren, übermästet, vollgepumpt mit Medikamenten und Wasser und Zuhause wird sich gewundert, wenn das Schnitzel schrumpft. Aber war ja billig.
Fleisch muss teurer werden, sonst wird der Konsum Jahr für Jahr um 3% steigen, bis kein Arzt mehr übrig ist, der noch kommen könnte, weil sie komplett ausgebucht sind.

lizzy said...

Charly, dass Fleischpreise wehtun sollten und sei es nur als Mittel zur Regulierung des Konsums, das unterschreibe ich absolut und schon immer. Ob die Erziehung doch gewirkt hat? Wenn DAS mein Vater noch erlebt hätte *harhar* ... kleiner Exkurs am Rande ... sorry ...

Aber das mit der Gesundheit ist für MICH nunmal kein soo schlagkräftiges Argument.

Kerstin, natürlich freut's mich für dich,wenn du dich so toll fühlst und für alle, die gesünder werden ... aber erstens fühle ich mich eh schon toll ;o) und zweitens langweilen mich die meisten Gesundheitsthemen kollossal. Den Beitrag da unten z. B. , den habe ich nicht gelesen. Die Überschrift mit der "Gesundheitspille" hat diesen bei mir typischen "örgsochnönichschonwieder" - Effekt gehabt. Wenn mir irgendwo irgendwer - womöglich angeblich wissenschaftlich belegt - erzählen will, was jetzt gerade mal wieder letzter Schluss der Ernährungsweisheit sein soll ... dann schalten Augen, Ohren und Hirn ganz und gar selbsttätig auf "Off". Natürlich macht man sich zu dem Thema mal Gedanken und stellt an sich dies und das fest. Aber Abhandlungen, neue Erkenntnisse dazu und so weiter, die lassen mich (und da meine ich ausdrücklich nicht nur vegane Richtungen sondern alle) automatisiert einpennen vor Langeweile.

Selbst WENN mal wirklich irgendwas eindeutig als "2 Jahre lebensverlängernd" bewiesen würde, dann wäre meine Antwort ein: "Und wofür soll das gut sein?"

So gerne ich lebe und soviel Spaß ich hier auf Erden habe - mein Haupttrachten geht nicht und ging noch nie dahin, eine maximale Dauer anzustreben. Höchstmögliche Qualität, Vergnügen, Genuss dabei, das ist mir wichtiger. Darf dann notfalls auch ein bisschen kürzer sein.

tuepfel said...

Hier *armindielufreck*, ich bin auch so ein Fall von "Plötzlich keinen Heuschnupfen mehr". Und das nach 4 Wochen. Der Effekt trat quasi sofort ein. Unglaublich, aber es ist so. Meine Beweggründe ohne Tier zu essen sind deshalb in erster Linie total egoistisch. Mir geht es besser! Wenn es noch andere Nebeneffekte hat, um so besser.

Hase said...

Lizzy, also falls das aus meiner bisherigen schreibe wirklich immer noch nicht ganz klar wurde: Höchstmögliche Qualität, Vergnügen, und vor allem Genuss dabei, das ist für mich auch das Allerwichtigste. Absolut nichts davon bleibt auf der Strecke, seit ich vegan lebe, ganz im Gegenteil.
Für mich darf es aber dabei gleichzeitig auch gerne ein bißchen länger und gesünder sein....

Anne, du hast das wunderbar zusammengefasst: "Mir geht es besser." Ganz genau so ist es. What more could I say? ;-)