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Wednesday, 7 April 2010

Was der Verbraucher nicht weiß

Gestern abend im ZDF: Frontal 21, ein sehr aufschlussreicher Beitrag über die Missstände in Schlachthäusern. Charly und ich sind ganz zufällig daraufgestoßen und waren mal wieder restlos erschüttert über die traurige Realität, die sich in Schlachthäusern abspielt, damit der Verbraucher auch wirklich jeden Tag sein Schnitzel und sein Wurstbrot auf den Tisch bekommt..... Tatsache ist, dass der Fleischverbrauch in Deutschland jedes Jahr kontinuierlich ansteigt. Im letzten Jahr waren es 56 Millionen (!) Schweine, die in Deutschland geschlachtet wurden. Bei dieser extremen Akkordarbeit geht es in den Schlachthäusern dann natürlich nicht mehr so genau zu mit Betäubungen etc. .... geht ja gar nicht, das kostet ja alles Zeit und Geld, und es muss ja schnell gehen. Da geht das Bolzenschussgerät dann schon ein paarmal daneben, bevor es das Rind wirklich da trifft, wo es soll und es betäubt.
Es handelt sich hier wirklich um eine katastrophale Tierquälerei.

Interessanterweise hat der Bericht auch aufgedeckt, dass auch das vielgerühmte Biofleisch seine Grenzen hat - Bio hört nämlich leider genau in dem Moment auf, wo die Tiere zum Töten in den Schlachthof gebracht werden. Ab hier ist die grausame Behandlung exakt die gleiche wie bei den 'regulären', Nicht-Bio-Tieren. Das Bild vom glücklichen Bio-Schwein, das happy ins offene Messer rennt, haut also einfach hinten und vorne nicht hin.

Ich zitiere hier mal ein paar Abschnitte aus dem weiter unten verlinkten Artikel:

"Noch nie wurden in Deutschland so viele Schweine geschlachtet, wie im vergangenen Jahr. Rund 56 Millionen vermeldete kürzlich das Statistische Bundesamt - absoluter Rekord. Dabei gibt es in Deutschland immer weniger Schlachthöfe. In der Folge werden mehr Tiere in immer weniger Betrieben geschlachtet, bleibt der gesetzlich vorgeschriebene Tierschutz oft auf der Strecke. Hunderttausende Schweine und Rinder müssen darunter unnötig leiden."

"Obwohl es gegen das Gesetz verstößt, geraten jedes Jahr über eine halbe Million Schweine lebend statt tot in die Brüh- und Zerlegemaschinerie. Experten sprechen von schlimmsten Qualen, die hier aus Kostengründen billigend in Kauf genommen werden. Denn längst gibt es Methoden und Kontrollgeräte, um sicherzustellen, dass ein Tier auch tot ist, ehe es gebrüht und weiterverarbeitet wird. So will es auch das Gesetz, doch kaum ein Schlachthof hat die aufwendigen Kontrollgeräte bisher installiert."

"Im Schnitt eine halbe Million Schweine seien vor der Schlachtung nicht ausreichend betäubt oder nicht ganz sachgerecht entblutet worden. 'Das ist etwas, wo wir als Tierärzte natürlich auf die Barrikaden gehen müssen, und wir müssen dafür sorgen, dass diese Zustände relativ rasch verbessert und abgestellt werden.' Doch passiert ist bisher fast nichts. Der Grund: Geld und Zeit sind Trumpf in den Betrieben."

"Auch die Schweinebetäubung wird von Experten kritisiert, immer häufiger kommt Kohlendioxidgas zum Einsatz. Das Gas ist billig, mehrere Tiere können gleichzeitig betäubt werden. Für die Schweine allerdings bedeutet das einen Kampf gegen das Gefühl zu ersticken, oft schlimmste Panik vor dem Tod. Bei der Betäubung von Rindern nimmt man sogar vier bis sieben Prozent Fehlbetäubungen in Kauf."

"Das heißt: Diese Tiere sind nicht ohne Bewusstsein, wenn sie am Fließband hängen, und durch Entbluten getötet werden. Obwohl das Gesetz das eindeutig vorschreibt. Doch teure Anlagen, die Fehlbetäubungen ausschließen können, hat Frontal21 nur in einem Betrieb finden können."

"Selbst wer sich kaum Gedanken macht über Tierleid im Schlachthof, bekommt spätestens beim Essen das Problem zu spüren. Die Qualen schlecht entbluteter oder falsch betäubter Tiere schlagen sich negativ auf die Fleischqualität nieder. Fleisch und Wurst sind weniger lange haltbar und oft auch wässriger."

LINK.

7 comments:

amandajanus said...

es ist furchtbar, einfach schrecklich

Gela said...

da fehlene einem echt die Worte...

Traurig auch wie wenig Menschen es wirklich interessiert welchen Weg das vielgeliebte Schnitzel hinter sich bringen musste.

Hase said...

Ja, es ist wirklich ganz arg traurig. Ich saß gestern abend dann auch wieder mit Tränen in den Augen vorm Fernseher.... :o(

Frollein Holle said...

Schaurig - ich werd's gleich mal weiterverlinken!

Mausflaus said...

ich glaub die Überschrift wäre treffender "Was der Verbraucher nicht wissen will" - mal ehrlich, die Missstände in der Massentierhaltung sind seit Jahrzehnten bekannt! das ist doch nicht erst seit gestern so.

es ist aber wichtig, sowas immer wieder zu zeigen, damit vielleicht doch ein paar tierliebe Verbraucher etwas nachdenken und wenigstens die nächsten 2 Tage kein Fleisch essen bis es wieder zur alten Bequemlichkeit zurückgeht.

was ich noch schlimmer finde: da wird dann oft noch gefordert man solle halt die Betäubung maschinell machen (gibts), dann würden auch weniger Fehler passieren, anstatt dass man einfach mal sagt dass Fleischessen scheiße ist!

Hase said...

'ich glaub die Überschrift wäre treffender "Was der Verbraucher nicht wissen will" - mal ehrlich, die Missstände in der Massentierhaltung sind seit Jahrzehnten bekannt!'

Ja, Mausflaus, da hast du wirklich ein wahres Wort gesprochen. Seufz.

fressack said...

Deaswegen propagiere ich ja immer die gute alte Hausschlachtung.
Esst weniger, aber besseres Fleisch.